Als der Verein vor einigen Jahren gegründet wurde, sind im Vorfeld Ideen und Konzepte ausgetauscht worden. Wir wollten, auch wenn wir auseinander wohnen, uns im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen. Deshalb befassen wir uns mit dem Thema. Das ist aber nicht der ausschließliche Grund.
Die professionellen Pflege wird die Versorgung unserer Generation nicht sicherstellen können. Grund ist seit Jahrzehneten der Mangel an professionellen Kräften. Und diesen Mangel werden wir im Bedarfsfall zu spüren bekommen.Ändern lässt sich das nur durch persönliches Engagement. Man muss sich selber einbringen. Wir sind der Meinung, dass bei der jetzigen pflegerischen Versorgungslage, jeder versuchen muss, seine persönlichen Versorgung zu sichern.
Und da sind die sorgenden Gemeinschaften in dem Mix, der angestrebt werden muss, ein Baustein.
Sorgende Gemeinschaften
In Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen. Viele von ihnen brauchen Hilfe oder Pflege. Gleichzeitig fehlen in der Pflege viele Fachkräfte. Die vorhandenen Pflegeeinrichtungen können den Bedarf oft nicht alleine abdecken.
Eine Lösung sind sogenannte sorgende Gemeinschaften. Das ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gegenseitig im Alltag unterstützen. Dazu gehören Nachbarn, Familien, Vereine und auch Fachkräfte. Gemeinsam helfen sie Menschen, die Unterstützung brauchen – zum Beispiel älteren oder kranken Personen.
Sorgende Gemeinschaften sehen den Menschen nicht nur als Pflegefall. Sie achten auf das gesamte Leben der Person. Es geht darum, gut zu leben – auch wenn man alt ist oder Hilfe braucht.
Wichtig ist: Jede Gemeinde kann eigene Ideen und Wege finden, wie sie eine sorgende Gemeinschaft aufbauen möchte. Dabei sollen die Menschen vor Ort mitreden und mitgestalten können. Die Gemeinde unterstützt dabei und sorgt dafür, dass freiwillige Helfer gut begleitet werden.
In der Politik spricht man vom Subsidiaritätsprinzip. Das bedeutet: Was vor Ort gelöst werden kann, soll auch dort gemacht werden. Nur wenn das nicht möglich ist, soll der Staat eingreifen.
Sorgende Gemeinschaften sind kein Ersatz für professionelle Pflege. Aber sie sind eine wichtige Ergänzung. Sie helfen dabei, dass Menschen möglichst lange gut und selbstbestimmt leben können – mit Unterstützung durch viele Hände.
In einer sorgenden Gemeinschaft geht es um Mitgefühl, Verantwortung und Zusammenarbeit. Alle können mithelfen – das macht sie so wertvoll.
